Historie

Mit dem Abriss der alten Produktionshallen auf dem Naxosgelände im Herbst 2010, fiel auch die letzte große Freifläche für legales Graffiti in Frankfurt.

Die in der Ära Roth herrschende Null-Toleranz Politik gegenüber dem Thema Graffiti hatte bereits dafür gesorgt, dass alle zuvor bestehenden Flächen nach und nach geschlossen worden waren. Es bedeutete nichts weniger als das Ende legaler Graffiti- und Straßenkunst für Frankfurt. Bis zu diesem Zeitpunkt war die öffentliche Meinung über Graffiti- und Straßenkunst sehr negativ. Es wurde im allgemeinen lediglich als Sachbeschädigung und als künstlerisch wertfrei wahrgenommen.

„Diese Situation gilt es zu ändern“, dachten sich Stefan Mohr, Justus “Cor” Becker und Mario “Klark Kent” Laugell. Man setzte sich zusammen und verfasste das klare gemeinsame Ziel: Frankfurt braucht Freiflächen. Aber, wieso?

• Damit Frankfurter Künstler ihre Kunst öffentlich präsentieren können.
• Damit sich Frankfurter Bürger und Besucher unserer Stadt ein objektiveres Bild über den Unterschied zwischen künstlerischer Qualität und naivem Geschmiere machen können.
• Damit das bestehende künstlerische Potential der Stadt gefördert und jungen Talenten ein Forum geboten werden kann.

Nach über einem Jahr intensiver Gespräche und Vorlage eines Konzepts bei den entsprechenden Ämtern konnte letztlich ein Vertrag zur eingeschränkten Nutzung der Friedensbrücke (Nordseite) abgeschlossen werden.
Durch die qualitativ sowohl hochwertige wie großformatige künstlerische Konzeptgestaltung der Friedensbrücke, des Römerbergs, des Historischen Museums und der EZB Baustelle konnte in der breiten Bevölkerung ein objektiveres Bild präsentiert, und damit ein Bewusstsein für einen konstruktiven Umgang mit der Graffiti-Kunst
geschaffen werden.

Eine Win-Win-Win Situation für alle Beteiligten:

• Die Künstler zeigen öffentlich ihr Können
• Die Bürger erfreuen sich an dem kreativen Potential der Stadt und genießen eine Freiluftgalerie mit wechselndem Ausstellungsprogramm
• Die Stadt gewinnt eine kulturelle Attraktion für Bürger und Besucher

Es gilt, Wege einer Integration aufzuzeigen. Es ist der Grundstein für gegenseitige Akzeptanz.

(Text: Jorge Labraña)